In vielen Zerspanungsbetrieben läuft die Vorkalkulation zu 100 % manuell: STEP-Datei öffnen, Zeichnung lesen, Aufspannungen und Bearbeitungsschritte im Kopf durchspielen, Zeiten in eine gewachsene Excel-Tabelle tippen. Das funktioniert, solange die eine Person, die das kann, gerade Zeit hat. Genau daran scheitert es im Alltag am häufigsten.
Genau dafür gibt es unsere Kalkulations-Engine für die Zerspanung: Sie liest CAD-Dateien und PDF-Zeichnungen, prüft die Machbarkeit auf Ihren Maschinen und liefert Rüst- und Fertigungszeiten als nachvollziehbaren Vorschlag. Die Engine ist gebaut, eingerichtet wird sie mit Ihrem Maschinenpark und Ihren Werten. Bewusst Zeiten statt Preise: Was der Auftrag kosten soll, entscheidet Ihr Betrieb. Wer die CNC-Kalkulation automatisieren will, ohne die Kontrolle über seine Preise abzugeben, findet hier den passenden Zuschnitt.
Warum ist die manuelle Vorkalkulation der Engpass im Vertrieb?
Weil sie bei den meisten Lohnfertigern ausschließlich über Excel läuft und an ein bis zwei Personen hängt, oft am Inhaber selbst. Ist diese Person im Urlaub oder in der Fertigung gebunden, steht der Vertrieb. Schon bei einigen Dutzend Anfragen im Monat, viele davon Neuteile, wird das zum strukturellen Risiko.
Kalkuliert wird selten am Stück, sondern nebenher: zwischen Maschinenrüstung, Personalfragen und Reklamationen. Wer kalkuliert, wird ständig rausgerissen: eben noch an der Zeichnung, dann wieder an der Maschine. Eine große Anfrage mit vielen Positionen liegt so schnell anderthalb bis zwei Wochen, während viele Einkäufer eine Antwort binnen 48 Stunden erwarten und den Auftrag sonst anderweitig vergeben.
Das Problem ist dabei nicht fehlendes Wissen. Das Kalkulationswissen ist vorhanden, es steckt nur in einem Kopf statt in einem System. Und weil in der Lohnfertigung viele Anfragen Neuteile sind, hilft auch das Kopieren alter Angebote selten weiter: Fast jedes Teil muss neu durchdacht werden.
Warum passen Standard-Kalkulationstools oft nicht zur eigenen Fertigung?
Marktübliche Kalkulationstools setzen ein CAD-Modell voraus und rechnen mit Branchen-Standardwerten. Beides geht an der Praxis vieler Lohnfertiger vorbei: Ein erheblicher Teil der Anfragen kommt nur als PDF-Zeichnung, und Durchschnittswerte bilden nicht ab, wie Ihr Betrieb tatsächlich fertigt.
Der Kern des Problems: Standardwerte bilden die eigene Fertigungstechnologie nicht ab. Welche Maschine ein Teil übernimmt, wie aufgespannt wird, welche Werkstoffe freigegeben sind, wo der Betrieb schneller oder vorsichtiger ist als der Branchenschnitt: All das kennt ein Standardwerkzeug nicht. Die Folge: Die errechneten Zeiten passen nicht zur eigenen Fertigung, und der Kalkulator rechnet doch wieder selbst.
Und sobald eine Anfrage nur als PDF-Zeichnung ohne CAD-Modell eingeht, hilft das Standardtool gar nicht mehr. Dann rechnet der Kalkulator wieder jede Bahn von Hand. Eine Lösung, die im Alltag trägt, muss beide Wege beherrschen: das CAD-Modell und die Zeichnung.
Wie funktioniert die automatische Kalkulation aus CAD-Datei und Zeichnung?
Eine individuelle Kalkulations-Engine liest beides, CAD-Daten und PDF-Zeichnung, prüft die Machbarkeit je Maschine und schlägt Rüst- und Fertigungszeiten vor. Jeder Wert bleibt nachvollziehbar: Was gelesen wurde, ist mit Fundstelle belegt; was gerechnet wurde, folgt Ihren Regeln.
Im Einzelnen leistet die Engine vier Dinge:
- STEP und DXF lesen: Die Geometrie wird erfasst, das Rohteil abgeleitet, Drehteile werden als solche erkannt, Bohrungsbilder ausgewertet. Die Zeitkalkulation aus der STEP-Datei startet damit ohne manuelles Ausmessen.
- PDF-Zeichnungen auswerten: Werkstoff, Toleranzen und Oberflächenangaben werden aus Zeichnungskopf und Anmerkungen extrahiert. Jede Angabe ist mit ihrer Fundstelle in der Zeichnung belegt, damit der Kalkulator sie in Sekunden gegenprüfen kann.
- Machbarkeit je Maschine prüfen: Bauraum, Toleranzklasse und Werkstofffreigabe werden gegen Ihren Maschinenpark geprüft, mit Klartext-Begründung, warum ein Teil auf eine Maschine passt oder nicht.
- Zeiten und Arbeitsfolge vorschlagen: Rüst- und Fertigungszeiten kommen als Von-bis-Spannen, dazu eine nummerierte Arbeitsfolge, die sich direkt prüfen und korrigieren lässt.
Am Ende steht kein fertig versendetes Angebot, sondern eine geprüfte Kalkulationsgrundlage. Der Kalkulator sieht Spannen, Arbeitsfolge und Begründungen und entscheidet. Wie ein solcher Prozess vom Anfrageeingang bis zur Freigabe grundsätzlich aufgebaut ist, beschreiben wir auf Angebotsprozess automatisieren: von der Anfrage zum Angebot.
Was bringt die automatische Machbarkeitsprüfung im Alltag?
Sie sortiert Anfragen, bevor Kalkulationszeit hineinfließt. Für jedes Teil prüft die Engine gegen Ihren Maschinenpark, ob Bauraum, Toleranzklasse und Werkstofffreigabe passen, und begründet das Ergebnis im Klartext, nicht als Ampelfarbe ohne Erklärung.
Das schnelle, begründete Nein ist dabei genauso viel wert wie das Ja. Ein Teil, das nicht auf Ihre Maschinen passt, muss nicht erst eine Stunde Kalkulationsarbeit binden, bevor das auffällt. Und wenn ein Kunde nachfragt, warum eine Position nicht angeboten wurde, liegt die Begründung bereits vor, etwa dass die geforderte Toleranzklasse oder der Werkstoff außerhalb der Freigaben liegt.
Bei Anfragepaketen mit vielen Positionen entsteht so eine natürliche Reihenfolge: Zuerst die Teile, die sicher machbar sind und sich lohnen, danach die Grenzfälle. Der Kalkulator arbeitet die Liste ab, statt sie erst selbst aufzubauen.
Was braucht die Einführung von Ihrem Betrieb?
Überschaubar viel: Ihre Stammdaten, ein paar echte Altfälle und die Bereitschaft, Regeln einmal aufzuschreiben, die bisher im Kopf waren. Ein Systemwechsel ist nicht nötig: Die Engine arbeitet neben Ihrer bestehenden Umgebung, Excel und ERP bleiben.
Konkret heißt das: eine Maschinenliste mit Bauraum, Toleranzklassen und Werkstofffreigaben, Ihre Werkstoffe und Ihre Kalkulationsregeln, gepflegt als Excel- oder CSV-Dateien, die Sie später selbst ändern. Dazu Altaufträge, zu denen Ist-Zeiten aus der Fertigung vorliegen: Sie sind der Maßstab für die Kalibrierung. Genau die Fälle, die heute in Ihrer Excel-Tabelle stehen, werden damit zur Trainingsbasis der Regeln, nicht irgendein Branchendurchschnitt.
Warum liefert die Engine Zeiten statt Preise?
Weil der Preis eine unternehmerische Entscheidung ist: Auslastung, Kunde, strategische Bedeutung des Auftrags. Diese Entscheidung bleibt beim Betrieb. Die Zeiten dagegen lassen sich aus festen Regeln reproduzierbar berechnen, und genau das ist der Teil, der heute die meiste Arbeitszeit frisst.
Gerechnet wird deterministisch: gleiches Teil, gleiche Regeln, gleiches Ergebnis. Es gibt keine Modell-Schätzung, die heute so und morgen anders ausfällt. Die Stammdaten, also Maschinen, Werkstoffe, Regeln und Zuschläge, pflegt Ihr Betrieb selbst als Excel- oder CSV-Dateien. Ändert sich ein Maschinenpark oder eine Werkstofffreigabe, tragen Sie das ein, ohne auf uns warten zu müssen.
Kalibriert wird die Engine an Ihren echten Altfällen: An Aufträgen, zu denen Ist-Zeiten aus der Fertigung vorliegen, wird geprüft, ob die vorgeschlagenen Spannen die Realität treffen. Erst wenn die Engine Ihre Vergangenheit korrekt nachrechnet, kalkuliert sie neue Anfragen.
Was ändert sich damit im Angebotsprozess konkret?
Das Ziel: auch größere Anfragepakete in maximal 48 Stunden beantworten statt in anderthalb bis zwei Wochen. Die Machbarkeitsprüfung und die Zeitermittlung hängen nicht mehr an einer einzelnen Person, und das Kalkulationswissen liegt als dokumentiertes Regelwerk im Betrieb, auch für Vertretung und Einarbeitung.
Der spürbarste Effekt ist die gewonnene Zeit: Die Stunden, die heute in die reine Zeitermittlung fließen, werden für Vertrieb und Fertigung frei. Wichtig bleibt dabei: Es ist kein Autopilot. Es wird nichts automatisch versendet; der Zerspaner prüft die Spannen, setzt den Preis und entscheidet, was rausgeht.
Verwandte Aufgabenstellungen mit anderen Schwerpunkten, etwa Konstruktion, Normalien und Montage, behandeln wir auf Angebote im Werkzeug- und Formenbau automatisieren.
So starten Sie: erst sehen, dann beauftragen
Schicken Sie uns zwei bis drei echte Anfragen aus Ihrem Alltag: STEP-Datei, Zeichnung oder beides. Wir zeigen Ihnen vor jedem Auftrag, was die Engine daraus ausliest und wie Machbarkeitsprüfung und Zeitspannen für Ihr Teilespektrum aussehen. So sehen Sie an Ihren eigenen Teilen, ob der Ansatz trägt.
Danach erhalten Sie ein Festpreisangebot: Die Einrichtung liegt meist im mittleren vierstelligen Bereich, der laufende Betrieb ist optional als Monatspauschale möglich. Coreventa sitzt in Hamburg; die Prozessanalyse machen wir im Norden gern vor Ort, Umsetzung und Betrieb funktionieren deutschlandweit. Details dazu auf Prozessautomatisierung Hamburg.
Kostenlos und unverbindlich: erst der Proof an Ihren echten Teilen, dann Ihre Entscheidung.
Häufige Fragen
Welche Dateiformate kann die Kalkulations-Engine verarbeiten?
CAD-Daten als STEP und DXF, Zeichnungen als PDF. Die Stammdaten Ihres Betriebs, also Maschinen, Werkstoffe und Regeln, pflegen Sie selbst als Excel- oder CSV-Dateien. Ob Ihre typischen Anfrageformate abgedeckt sind, prüfen wir vorab kostenlos an Ihren echten Dateien.
Rechnet die KI die Fertigungszeiten aus?
Nein. Die Zeiten kommen aus deterministischen Regeln, die mit den Werten Ihres Betriebs rechnen: gleiches Teil, gleiche Regeln, gleiches Ergebnis. Die KI liest ausschließlich die Texte der Zeichnung, etwa Werkstoff, Toleranzen und Oberflächenangaben, und belegt jede Angabe mit ihrer Fundstelle.
Was ist mit Anfragen, die nur als PDF-Zeichnung kommen, ohne CAD-Datei?
Genau dieser Fall ist eingeplant. Die Engine wertet auch reine PDF-Zeichnungen aus und extrahiert Werkstoff, Toleranzen und Oberflächenangaben mit Fundstellenbeleg. Was nicht sicher erkannt wird, wird sichtbar markiert und zur Prüfung vorgelegt, nicht stillschweigend angenommen.
Bleiben unsere Maschinendaten und Kalkulationsregeln bei uns?
Ja. Ihre Stammdaten bleiben Ihr Eigentum, die Verarbeitung läuft in Deutschland, und auf Wunsch läuft das System on-premise auf Ihrem eigenen Server. Ihre Daten werden nicht zum Training von KI-Modellen verwendet.
Wie starten wir am besten?
Mit zwei bis drei echten Anfragen aus Ihrem Alltag: STEP-Datei oder Zeichnung genügt. Wir zeigen Ihnen vorab, was die Engine daraus ausliest, und Sie entscheiden danach, ob sich ein Projekt lohnt.